Unsere Aktionen

  1. Schülerdemo August 2002
  2. Mauritiusplatz
  3. Aktion der GEW
  4. 137 Schüler hängen in der Luft

Schülerdemo August 02

 

  Das war ein Fest  ! ! !
  
Die Demo
Betrachtungen
Das ganze Bild
  





Mittwoch, 21.8.02, 15:30 Uhr, Kirchgasse. Gut hundert Kinder, polizeilich geleitet, beim Marsch durch die Innenstadt. Transparente, Pappschilder, Sprechchöre.

"Eine geht noch, eine geht noch rein . . ."

Ei was ist denn hier los? Erstaunte, teils ärgerliche Blicke zwischen Kaffee und Eis. Eine Schüler-Demo, wo doch in Wiesbaden alles so wunderbar ist !

Gemeint war eine Integrierte Gesamtschule in der Innenstadt. Es ging die Friedrichstrasse hinunter bis zur Rückseite des Rathauses. Dort warteten noch einmal rund 100 Schüler, und die Rufe wurden unüberhörbar. Kinder, Eltern, Lehrer, interessierte Passanten: Es war schon eine beeindruckende Versammlung. Fast alle, die eingeladen wurden, waren gekommen. Vertreter vom Elternbund Hessen, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule, Schuldezernentin Frau Thies, Vertreter von SPD und Linke Liste, beide Wiesbadener Zeitungen. Nicht vertreten waren der Oberbürgermeister, der Stadtelternbeirat, CDU und FDP.

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Alle Redner waren sich einig: Nach Jahren der Untätigkeit in Sachen IGS muss jetzt, wo der Elternwille eine so deutliche Sprache spricht, endlich was passieren. 194 enttäuschte Kinder, doppelt soviele von der Schulpolitik verschaukelte Eltern, da muss man mal aufstehen und an die Rathaustür klopfen, zumal wichtige Termine anstehen (Verabschiedung des Schulentwicklungsplans, Wahlen). Der Applaus für die verschiedenen Redner war so stark, dass auch den Ferngebliebenen die Ohren geklingelt haben müssen.

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Und herausgekommen ist, dass eine weitere IGS durchaus möglich wäre. Wenn die Mehrheitsfraktionen im Stadtparlament (CDU, FDP) ihre Blockade aufgeben würden, könnte umgehend eine vierzügige 5. Klasse mit IGS-Konzept eingerichtet werden. Aber Politik ist eine, der Elternwille eine andere Sache. Das Wetter war gut, und so herrschte trotz der Ernsthaftigkeit der Lage eine lockere Stimmung.

"Eine geht noch, eine geht noch rein . . ."


Betrachtungen

Die Initiative Pro IGS ist angetreten, eine zusätzliche Integrierte Gesamtschule in der Innenstadt zu fordern. Inzwischen ist die Situation so, dass Wiesbaden zwei zusätzliche IGSn benötigt. Seit Jahren steigt die Zahl der interessierten Eltern und die Zahl der Anmeldungen für dieses Schulkonzept. Seit Jahren weisen die SchulleiterInnen der Wiesbadener IGSn mit den Zahlen der Verteilungskonferenz auf die immer prekärer werdende Situation der Integrierten Gesamtschulen hin. Aber Ignoranz und parteitaktischer Klüngel der politisch Verantwortlichen haben alle Warnungen in den Wind geleitet.

Jetzt ist der schulpolitische Skandal da: Knapp 200 abgewiesene IGS-Interessenten. Elternwille ade! Verunsicherte Eltern werden durch ein entwürdigendes Antrags- und Auswahlverfahren so lange hingehalten, dass eine (evtl. auch juristische) Durchsetzung des Elternwillens zeitlich gar nicht mehr möglich ist. Da den Eltern jeweils im Herbst vorgegaukelt wird, sie hätten eine echte Wahl, gibt es hinterher Frust und Resignation. Besonders schlimm ist, dass die Kinder in ein Schulsystem gedrängt werden, in das sie nicht wollen und in dem sie sich möglicherweise nicht wohl fühlen werden. Die Zahlen der Gymnasien sind da eindeutig.

Es ist nicht das Ziel von Pro IGS, irgendeine Schule des traditionellen Schulsystems zu schliessen. Es ist auch nicht das Ziel, eine erneute Schulsystem-Diskussion loszutreten. Das Ziel der Initiative ist, dass die Eltern, die sich für eine Integrierte Gesamtschule entscheiden, die gleichen Rechte und Möglichkeiten bekommen wie die Eltern, die für ihre Kinder einen Realschul- oder Gymnasiumsplatz wollen. Nicht mehr und nicht weniger. Dieses Recht ist im Hessischen Schulgesetz festgeschrieben und wird seit diesem Sommer von den politisch Verantwortlichen in Wiesbaden mit Füssen getreten. Dieser Umstand sollte eigentlich jeden interessieren, nicht nur die Eltern von Dritt- und Viertklässlern.


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Mauritiusplatz Januar 03

 

 
Infostand Mauritiusplatz

18. Januar 03

   
Es ist immer wieder spannend: "Hallo, junger Mann, ist Gesamtschule für Sie ein Thema?" Nein. "Es geht um die Zukunft unserer Kinder". Hab keine. "Unser Bildungssystem . . . ". Keine Zeit, keine Lust, Termine, Hunger, kalte Füsse. Trotzdem gab es eine gute Resonanz und man merkte, dass nach dem Wirbel um die Wiesbadener Schulpolitik in den letzten Monaten eine grössere Sensibilisierung in der Bevölkerung vorhanden ist. Einige hatten die Mini-Anzeige im Kurier gelesen und wollten sehen, ob dem auch so ist. Viele suchten das Gespräch, und etliche zeigten sich gut informiert.
   
Unsere Unterschriftenliste wird immer länger. Einige unterschreiben ja alles. Die brauchen wir auch. Aber viele unterschreiben bewusst die Forderung nach grösserem Respekt vor dem Elternwillen. Wie die eine von zwei älteren Damen, die ihre Begleiterin auffordert: "Komm, Erna, du musst auch noch!" Damit es der Enkelin Rosa nach der Grundschule besser geht.

In den Gesprächen wurde häufig nach dem Sinn des Verhaltens der CDU in Sachen Schulpolitik gesucht. Fakten, erfolgreiches Konzept, fortschrittliche Eltern, Schulen und Lehrer, Schulgesetz und Elternwille, PISA usw.: Die konservative Ideologie vernagelt jede Logik, und das Wohlergehen und die Zukunft der Kinder spielt nur eine untergeordnete Rolle. Es ist zwecklos, in dem Verhalten der CDU einen Sinn zu suchen, man wird nur Unsinn finden.

  
Pikanterweise war der Nachbar-Sonnenschirm die Wahlkampfbastion der CDU. Nach bekannter Biertischmanier gab es dort keine Argumente, sondern Pappkartons, die aufeinander gestapelt wurden. Der Abstand war nicht mal ein Meter, aber die meterdicke unsichtbare Mauer war deutlich zu spüren. Kein Blick, schon gar kein Gespräch unter frierenden Aktivisten. Das Glas Schampus in der Hand und ein Lächeln mit den blinkenden Dritten: Diese Klientel ist für unsere Idee verloren.

Wir betrachten auch diese Aktion wieder als erfolgreich. Präsent sein und Flagge zeigen, interessierten Eltern eine Plattform bieten und den Politikern zeigen, dass es in Wiesbaden Bürger gibt, die die schulpolitische Rolle rückwärts verhindern wollen. Es muss wieder Schulpolitik in Richtung Fortschritt geben. Das sind wir unseren Kindern schuldig.

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Aktion der GEW am 10. Mai 03  (Fotos 1,1 MB)

 

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136 Schüler hängen in der Luft

Wieder wissen 136 Schüler, die sich für eine IGS als weiterführende Schule entschieden haben, nicht, wie es weitergehen soll.
Unsere Aktion am 29. Mai 04 in der Kirchgasse.
 
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