| Der Bildungsgang IGS wird zur Lotterie |
| Der Elternwille „Integrierte Gesamtschule“ als Seifenblase |
| Jetzt ist es amtlich: Für das kommende Schuljahr 04/05 gibt es in Wiesbaden wieder 140 IGS-Anmeldungen mehr als Plätze zur Verfügung stehen. Nach knapp 200 Kindern im vorletzten Schuljahr, 164 Kinder im letzten Schuljahr, sind es im kommenden Schuljahr 136 Kinder, die für das weiterführende fünfte Schuljahr den schülergerechten Bildungsgang Integrierte Gesamtschule gewählt haben, aber an das traditionelle gegliederte Schulsystem verwiesen werden. Wenn sich heute immer wieder die Eltern von einer Integrierten Gesamtschule Vorteile für ihre Kinder versprechen, liegt das an der hervorragenden Arbeit, der Lernkultur, eben an der zukunftsorientierten Konzeption der IGS. Mit dem IGS-Konzept lernt man tatsächlich fürs Leben. |
| Es gibt zu wenig Plätze an den Integrierten Gesamtschulen |
| Diese
Fehlentwicklung der Wiesbadener Schulpolitik ist schon seit Jahren absehbar. Seit drei Jahren hat jede IGS hat mehr Anmeldungen als verfügbare
Plätze. Auf diese Entwicklung werden die Verantwortlichen im Stadtparlament
seit Jahren hingewiesen. Die IGS-Schulleiter und die Träger
der Initiative PRO IGS (EBH, GEW, GGG) fordern seitdem zwei weitere
Integrierte Gesamtschulen in Wiesbaden. |
| Die bisherigen Ausreden für diese Misere waren fehlende finanzielle Mittel, die ungelöste Raum- und Standortfrage und fehlende Lehrer. Diese Ausreden gelten allerdings seit diesem Jahr nicht mehr. Nach dem Rückgang der Schülerzahlen bei den Gymnasien stehen Lehrer und Räume zur Verfügung. Es ist der fehlende politische Wille (IGS passt nicht in das landespolitische Schulkonzept), der die konservative politische Mehrheit im Stadtparlament veranlasst, das Thema IGS in Wiesbaden auf die lange Bank zu schieben. |
| Die
Verantwortlichen nehmen den Elternwillen nicht ernst. |
| Über eine Lösung für die
abgewiesenen IGS-Anmeldungen wird von der politischen Mehrheit im zuständigen
Ausschuss nicht oder nur halbherzig nachgedacht, obwohl durch gesunkene Schülerzahlen
in Wiesbaden Ressourcen durchaus verfügbar wären. Dabei wird die Tatsache
verschwiegen, dass die Wiesbadener Gymnasien nicht mehr so gefragt sind, sich leeren
und dringend Schüler suchen. Der Aufbau von Gymnasien und gymnasialen Oberstufen im Umland
Wiesbadens wird diese Entwicklung weiter fördern. |
| Im nächsten Schuljahr (04/05) wird es sechs Gymnasialklassen weniger geben als im laufenden Schuljahr. Bei tatsachenbezogener Planung, vernünftigen Umschichtungen und Einbeziehen der Lehrer- und Elternschaft könnten diese sechs leeren Klassen sogar kurzfristig der Beginn einer Integrierten Gesamtschule sein. Ausreichend IGS-bereite Lehrer und die entsprechenden Räumlichkeiten wären verfügbar. Da aber nicht sein kann, was nicht sein darf, entsteht ein ideologisches Gezerre, um zu verzögern und zu vernebeln. Der neueste Beitrag zur Verdummung der Eltern heisst "Reformschule", gedacht als IGS-Ersatz aber ohne IGS-Konzept. Und das wollen die Eltern nicht. Die Begriffe "Garantierter Bildungsgang - Elternwille" im Hess. Schulgesetz sind nicht mehr als heisse Luft. Zumindest für die Betroffenen ist das ein schulpolitischer Skandal. |
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Demo am 10. Mai 2003 in der City |
| Und nicht nur das. Einerseits sagt Herr Diehl, dass die CDU nichts gegen die Schulform IGS hat, andererseits ist er der Meinung, dass IGS-Schüler auf der Haupt- oder Realschule besser "aufgehoben" wären. Das sind nicht die Worte, aus denen sich die Bereitschaft zur Schulentwicklung schliessen lässt. Die CDU-Schulministerin Wolff will keine neuen Gesamtschulen, und die bestehenden mittelfristig abschaffen. Und genau so agiert die konservative Ausschuss-Mehrheit. Alles, bloss keine Integrierte Gesamtschule, egal wie kleinkariert die Ausreden auch sind. Fröhliche, motivierte und lernbereite Schüler passen einfach nicht in das konservative Bildungsverständnis. Im übrigen sind Ausschuss-Sitzungen in der Regel öffentlich mit der Möglichkeit für Bürger, Fragen zu stellen. Nehmen Sie Ihre Rechte wahr. |
| 10042004 |